Ich bin Passion in der Marienkirche

Ein letztes Mal öffnete die inzwischen profanierte Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Greven am vergangenen Mittwoch ihre Pforten.

Auf Einladung der katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus zeigte der Performance Künstler Christoph Gilsbach seine Inszenierung „Ich bin Passion“ vor einem tief bewegten Publikum. Begleitet vom Saxophonisten Frank Lienemann, der Einspieler von Gesängen des Elbcanto Chors unter Helge Burggrabe mit seinem Instrument einfühlsam ins Stück einband. Gilsbach führte die Zuschauer vom Gang nach Emmaus zurückblickend über den Ölberg, die Gerichtsszene und die Via Dolorosa durch die Passionsgeschichte. So ließ der in weiß gekleidete Schauspieler das Grevener Publikum eine moderne und hochwertige Darbietung erleben, die sich in ihrer Form überraschend von den hergebrachten Bildern abhebt. Zu Beginn des Stückes sehen wir Jesus, dessen Weg von Zweifeln, in Form von auf Tafeln notierten Leidworten, gepflastert ist. Hier werden auch die Zuschauer aufgefordert, ihre eigenen Schlag-Worte des Leids auf den Tafeln zu notieren und später vom Darsteller mittragen zu lassen, indem er sich diese Tafeln, die Zweifel, die uns Menschen in unserem Leben plagen, auf die Schultern lädt. Es braucht kein Kreuz, um zu erkennen, was da gezeigt wird, als er unter seiner Last immer wieder zusammenbricht. Beeindruckend auch der innere Kampf in der dazwischen liegenden Ölbergszene,  verdeutlicht durch das mimische Spiel gegen Einblendungen bedrohlicher Hieronymus Bosch Gemälde unter einem den ganzen Kirchenraum ausfüllenden Sternenhimmel. Zweifel, Hadern, Verstrickungen und Verrat lassen das Publikum in dieser Ein-Mann-Performance mitleiden, so auch als der Darsteller in der Gerichtsszene durch die falschen Anschuldigungen wie von Peitschenschlägen getroffen wird und das Licht seines Herzens doch nicht löschen können. Packend für die Zuschauer besonders als Gilsbach Bänder über die Stufen der Chorempore spannt, erst langsam, immer schneller werdend, sich gleichsam eines inneren Ringens in ihnen verstrickt und schließlich sich hingebend, Befreiung erlangt. Nach seinem Tod erscheint Jesus unter seinen Jüngern im nun immer heller werdenden Kirchenraum und wir landen wieder in Emmaus, in der Erlösung. Im Licht der aufgehenden Sonne bricht er das Brot mit den Jüngern, die er unter den Zuschauern gefunden hat, und sendet sie aus, es ihm gleichzutun; die befreiende Botschaft zu verbreiten. Gilsbachs Botschaft in dieser herausfordernden Inszenierung ist die innere Auseinandersetzung mit dem eigenen Leid, und dass erst das Zulassen dessen uns inneren Frieden bringen wird. Oder, wie der Pantomime es selbst formuliert: „Dass eine Befreiung gelingt, dass wir dieses Leiden hinter uns lassen, so wie im Leben Jesu vor 2000 Jahren.“
Mit diesem klassischen Gedanken ist „Ich bin Passion“ auch in unserer durch Pandemie und Krieg herausgeforderte Zeit noch immer hochaktuell. So sah es auch das Grevener Publikum, das Gilsbach mit begeistertem Applaus und Standing Ovations aus der Kirche St. Mariä Himmelfahrt verabschiedete

 

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