
Die früheren Friedhöfe in Greven habe ihre Spuren hinterlassen. Auf den ersten Blick sind sie nicht immer sofort zu erkennen. Wenn man sich aber mit ihnen beschäftigt, erschließen sich verschiedene Aspekte der rund 1200-jährige Geschichte des Ortes Greven.

Ursprünglich befand sich der Grevener Friedhof rund um die St. Martinuskirche. Heute erinnern daran nur noch eine Grabplatte, die außen an der Mauer befestigt ist, und die Kreuzigungsgruppe von Ph. Groninger (um 1722), die in der Martinuskirche steht. Ein großer Teil des früheren Friedhofs wurde bei der neugotischen Erweiterung der Kirche in den Jahren 1890-1892 überbaut.

Nachdem bei der Martinuskirche keine Beerdigungen mehr stattfinden durften, wurde der Friedhof auf einen anderen Platz verlegt. Die heutige Friedenstraße war damals der Weg zum "neuen Friedhof". Heute ist dort nur noch der kleine Park beim Krankenhaus.

An seinen Ursprung als Friedhof erinnert die markante Gruppe der großen Bäume, die in Kreisform angelegt wurde. Dort stand das Hochkreuz, das viele Jahre in der alten Josefkirche war und im neuen Josefzentrum einen würdevollen Platz gefunden hat.

Die Inschrift im Sockel des Kreuzes lautet: "O Christ, sicher willst du am jüngsten Tag das Kreuz deines Erlösers mit frohem Herzen sehen. Das wirst du dann können, wenn du jetzt so lebst wie du dann wünschst gelebt zu haben." (1819)

Ein ehemaliger Grabstein von 1879 wurde im Jahr 1976 zum Tabernakel für die St. Martinus-Kirche umgestaltet. Unten im Sockel steht die Inschrift „Geheimnis des Glaubens“ und weist auf die spirituelle Bedeutung des Tabernakels als Ort zur Aufbewahrung der Hostien hin: Brot zum Leben, auch über den Tod hinaus.

An der Königstraße (in der nähe der Feuerwache) befindet sich der frühere evangelische Friedhof Grevens. Schon seit vielen Jahren finden hier keine neuen Beerdigungen mehr statt.
Aus historischen Gründen liegt auch heute noch die Verwaltung der Friedhöfe in Händen der katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus. Daher heißt es z.B. "Katholischer Friedhof Saerbeckerstraße". Der Friedhof übernimmt aber kommunale Aufgaben und steht allen Bürgerinnen und Bürgern Grevens offen, unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschaung.